
Comfort Xxl - die Trostmaschine
Die Trostmaschine
Comfort XxL ist ein umfunktioniertes ehemaliges Videospielgerät aus den
80er Jahren. In den Gerätekasten ist ein Computer eingebaut, auf dessen
Festplatte sich Videoaufnahmen von Personen unterschiedlicher Herkunft, Lebensweisen
und Altersgruppen befinden, die tröstende Worte sprechen.
Der Besucher kann per Knopfdruck wählen, welche Sprache er hören,
und ob er von einer Frau, einem Mann oder einem Kind getröstet werden möchte.
Der Automat sucht dann nach Zufallsverfahren einen Clip aus und spielt ihn ab.
Diese Prozedur kann der Benutzer, so lange und so oft er es für nötig
hält, unentgeltlich wiederholen. So kann man beispielsweise von einer 70-jährigen
Rentnerin, einem 50-jährigen Versicherungsverkäufer, einem 6-jährigen
Mädchen, einem Obdachlosen oder einem Pfarrer getröstet werden.
Ziel der Installation ist es, den Betrachter einerseits mit dem Thema Trost zu konfrontieren, ihn dazu anzuhalten, darüber nachzudenken, wie er selbst tröstet, was am Trost wichtig ist und warum man tröstet; andererseits gibt es ihm die Möglichkeit, auf spielerische Weise in die Gedankenwelt anderer zu schauen.
In jedem tröstenden
Wort schwingen die Erfahrungen und die Persönlichkeit des Sprechers mit.
So vermittelt die Maschine, durch die Natürlichkeit und Unprofessionalität
der tröstenden Personen, durch deren Ernsthaftigkeit, durch die häufig
bekannten, verständlichen Themen und nicht zuletzt durch die unkomplizierte
Direktheit der tröstenden Worte eine Menschlichkeit, der man sich nur schwer
entziehen kann.
Anschließend
reiste die Künstlerin im Dezember 2004 nach Pécs (H) und erstellte
vor Ort eine weitere Version der Trostmaschine mit wiederum 100 ungarischen
Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen und verschiedenen Altersstufen.
A vigasztalógép Comfort XxL war anschließend in Ungarn und
der Slowakei unterwegs (unterstützt durch die Robert Bosch Stiftung, das
Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland and dem Lenau Haus).
In der Zukunft sind weitere Ausführungen der Maschine in verschiedenen
Ländern geplant. Dies soll nicht nur auf die globalisierte Gesellschaft
von heute hinweisen, sondern vor allem einen Einblick in verschiedene Kulturen
geben - eine Betrachtung der Ähnlichkeiten und Unterschiede des Tröstens.
Danke an alle, die mir geholfen haben dieses Projekt zu realisieren - insbesondere an Guido Beissert für die hervorragende Programmierung!
